Jasmine (Zeit der Bücher)


Patientin: Jasmine (Zeit der Bücher)
Erstdiagnose: Verdacht auf LESEN
Symptome: übermäßiger Konsum von Romanen aller Art
Aktenvermerk: PATIENTIN DOKUMENTIERT SUCHTVERHALTEN

Coming-out: Ich habe LESEN

Gedächtnisprotokoll der Behandlung:

Minutenlang sitzen sich Jasmine vom Blog „Zeit der Bücher“ und Lady Bookosa schweigend gegenüber. Schließlich hält es die Patientin nicht länger aus und ergreift das Wort:

Jasmine - Zeit der Bücher - Lesen

Jasmine – Zeit der Bücher – Ich habe LESEN

Ich habe LESEN

Lady Bookosa nickt zufrieden.

1. Nun ist es raus, wie fühlst du dich?

Schon ein wenig erleichtert. Ich habe zwar schon immer gewusst, dass ich an Lesen „leide“, aber es einmal laut auszusprechen ist doch schon irgendwie befreiend. Meine Familie und Freunde hatten zwar schon immer den Verdacht, aber es dann doch einmal laut auszusprechen ist doch etwas ganz anderes.

2. Wann und wie hast du dich mit LESEN infiziert?

Puh, das ist schwer zu sagen. Ich denke bei mir könnte es sogar erblich bedingt sein. Schon meine Mutter hat ähnliche Symptome gezeigt, deshalb denke ich, dass ich eigentlich von vornherein gar keine andere Chance hatte, ich bin also praktisch schon mit Lesen zur Welt gekommen – und einem Buch natürlich.

3. Wie geht dein persönliches Umfeld mit deiner Krankheit um und wer muss am meisten unter ihr leiden?

Meine Eltern gehen damit eigentlich sehr locker um, schließlich ist ihnen das Problem ja aus eigener Erfahrung bereits bekannt, auch wenn es nicht unbedingt laut ausgesprochen wird. Ich denke sie waren trotzdem ein wenig erleichtert, als ich beim Auszug in meine eigene Wohnung viele meiner Bücher mitgenommen habe, meine Form des Lesens scheint irgendwie doch akuter zu sein.
Ansonsten ist sicherlich mein Freund derjenige, der darunter zu „leiden“ hat. Als Nicht-Infizierter kann er einfach nicht nachvollziehen wie wichtig es für uns ist unserer Sucht nachzugehen und damit auch erhebliche finanzielle Belastungen in Kauf zu nehmen. Und da wäre natürlich das Thema der Buchverfilmungen. Als Nicht-Infizierter erfordert es eine hohe Anstrengung mit einem Lese-Junkie eine ebensolche Verfilmung anzusehen…und sich dabei sehr detailliert immer wieder erklären zu lassen, dass das Buch ja sowieso viel besser ist und der Film viel zu viele Abweichungen enthält. Als leseinfizierte Person hat man ja außerdem immer das Problem, dass die emotionale Verfassung manchmal auch stark vom momentan gelesenen Buch abhängt.

4. Stehst du viel in Kontakt mit anderen Infizierten und nutzt Selbsthilfegruppen im Internet?

Glücklicherweise gibt es ja heutzutage das Internet, es ist also sehr viel leichter auch relativ anonym Kontakt zu anderen Infizierten zu knüpfen und sich als solcher zu outen. In meinem Umfeld gibt es leider nicht so viele Infizierte, weshalb ich mich in der Beziehung ein wenig zurück halte und dafür eher das Internet nutze. Bisher habe ich aber sehr gute Erfahrungen gemacht und möchte meine Selbsthilfegruppen auch nicht mehr missen.

5. Warst du schon auf den als Buchmessen getarnten Infiziertentreffen in Frankfurt und Leipzig und wie hat es dir dort gefallen?

Leider noch nicht, ich hatte es zwar für den März 2016 geplant die Buchmesse in Leipzig zu besuchen, doch leider kam mir etwas dazwischen. Ich habe aber sehr viel Positives über diese Treffen gehört und möchte im nächsten Jahr definitiv dabei sein. Eine Heilung ist ja sowieso nicht möglich, glücklicherweise, also kann man ja seinen Lastern durchaus nachgeben.

Lady Bookosa unterbricht die Sitzung und wirft einen Blick in ihre Kristallkugel. Bei der Betrachtung der Zukunft kann sie sich ein Lächeln nicht verkneifen…

6. In deinem nächsten Leben wirst du in einem Roman wiedergeboren. Irgendwelche Wünsche?

Auf jeden Fall sollte es ein Harry Potter Band sein, welcher ist ganz egal. Wenn wir schon dabei sind dann doch bitte in alle! Alternativ wäre ich aber auch damit zufrieden in einem Sherlock Holmes Roman wiedergeboren zu werden.

7. Wir schreiben das Jahr 2163, die Welt liegt in Schutt und Asche. Die Menschheit wird nach dem Arche-Noah-Prinzip evakuiert. Welche zwei Autoren sollten gerettet werden?

Definitiv Joanne K. Rowling! Die zweite Karte vergebe ich wohl an Sebastian Fitzek.

8. Unglaublich, aber wahr, auch DU wirst evakuiert. Du hast in der Bevölkerungs-Tombola zwei Tickets für die Reise zum Mars gewonnen. Wen nimmst du mit und vor allem wer darf am Fenster sitzen?

Auf jeden Fall nehme ich meinen Freund mit, allerdings möchte ich am Fenster sitzen 😉

Aber das ist Zukunftsmusik. Lady Bookosa verdeckt die Kristallkugel und blickt die Patientin ernst an.

9. Wie müsste – Stand heute – der Titel deiner Biografie lauten und welcher Schauspieler wäre die Idealbesetzung für die Verfilmung des Buchs?

Puh, einen Titel für meine Biografie zu finden ist gar nicht so einfach. Ich glaube „Zeit fürs Chaos“ wäre ein guter Titel 😉
Für die Verfilmung meines Buches wären definitiv Shailene Woodley oder Emma Watson meine Idealbesetzung, je nachdem wer gerade Zeit dafür hätte.

10. Die Welt weiß nun, dass du LESEN hast. Was sollte sie sonst noch über dich wissen?

Hm… so viel gibt es da eigentlich nicht. Ich bin (Überraschung) einer wahrer Bücherwurm und freue mich immer wenn jemand die Lust verspürt meinen Blog zu besuchen. Ansonsten warte ich seit meinem 11. Lebensjahr auf meinen Brief aus Hogwarts. Da der leider noch nicht gekommen ist und ich eine (waschechte) Hexe bin, wie mir immer wieder von verschiedenen Seiten versichert wird, kann das nur bedeuten, dass Erol sich mal wieder verflogen hat. Sollte jemand zufällig auf meinen Brief stoßen, bitte ich um Nachricht 😉

Lady Bookosa bedankt sich für das Gespräch und bittet die Patientin zur weiteren Behandlung in einen Nebenraum. Als diese den Raum verlassen hat, schließt Lady Bookosa die Akte und donnert einen Stempel auf den Einband.

#leseinfiziert – Heilung ausgeschlossen!

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