Laura (zeilenverliebt) 1


Patientin: Laura (zeilenverliebt)
Erstdiagnose: Verdacht auf LESEN
Symptome: übermäßiger Konsum von Romanen aller Art, vor allem Thriller, Fantasy, Dystopien
Aktenvermerk: PATIENTIN DOKUMENTIERT SUCHTVERHALTEN

Coming-out: Ich habe LESEN

Gedächtnisprotokoll der Behandlung:

Minutenlang sitzen sich Laura vom Blog „zeilenverliebt“ und Lady Bookosa schweigend gegenüber. Schließlich hält es die Patientin nicht länger aus und ergreift das Wort:

Laura (zeilenverliebt) - LESEN

Laura (zeilenverliebt): Ich habe LESEN

Lady Bookosa nickt zufrieden.

1. Nun ist es raus, wie fühlst du dich?

Definitiv befreit. Tief in mir drin wusste ich es ja schon immer, doch jetzt nachdem ich es endlich ausgesprochen habe, geht es mir viel besser.

2. Wann und wie hast du dich mit LESEN infiziert?

Das fing bei mir schon ganz früh an. Tatsächlich habe ich schon immer gelesen – seitdem ich denken kann. Das fing dann zum Beispiel mit den Connie-Büchern oder mit der Wilden Hühner-Reihe an und steigerte sich dann bis Harry Potter und der Tintenherz-Trilogie. Spätestens dann war ich endgültig infiziert und es war um mich geschehen. Als Kind verbrachte ich ganze Nachmittage damit, Seiten zu verschlingen und sie in mich aufzusaugen. Ich habe es schon immer geliebt, in andere Welten tauchen und die reale Welt verschwinden lassen zu können.

3. Wie geht dein persönliches Umfeld mit deiner Krankheit um und wer muss am meisten unter ihr leiden?

In meinem näheren Umfeld kenne ich leider nur wenige, die das Lesen genauso sehr lieben wie ich – was sehr schade ist. Ich versuche zwar immer alle zum Lesen zu bewegen, war damit bisher jedoch leider sehr erfolglos. Trotz meiner Krankheit werde ich in meinem Umfeld akzeptiert, man kennt mich eben nur lesend und das ist auch gut so. Leiden muss unter meiner Krankheit keiner – am meisten wohl tatsächlich mein Geldbeutel oder mein Konto.

4. Stehst du viel in Kontakt mit anderen Infizierten und nutzt Selbsthilfegruppen im Internet?

Ich liebe es, Kontakt zu anderen Infizierten zu haben und mich mit ihnen umfassend austauschen zu können. Meine Erfahrung mit anderen Infizierten ist bisher, dass alle unheimlich lieb und aufgeschlossen sind, und dass man sich gut mit ihnen unterhalten kann. Ich bin aktiver Nutzer von Selbsthilfegruppen, ohne könnte ich wohl nicht mehr!

5. Warst du schon auf den als Buchmessen getarnten Infiziertentreffen in Frankfurt und Leipzig und wie hat es dir dort gefallen?

Leider habe ich es noch nicht nach Frankfurt geschafft, war aber bisher schon dreimal in Leipzig und mir hat es jedes Mal gut gefallen. Man bekommt tolle Buchtipps, die Lesungen sind schön, man kommt den Autoren näher und verbringt einfach einen tollen Tag mit anderen Infizierten. Leider ist es immer ziemlich voll dort, aber damit muss man auch einfach rechnen, denn die Krankheit ist ja nicht gerade selten. Da ist es verständlich, dass es von Infizierten nur so wimmelt.

Lady Bookosa unterbricht die Sitzung und wirft einen Blick in ihre Kristallkugel. Bei der Betrachtung der Zukunft kann sie sich ein Lächeln nicht verkneifen…

6. In deinem nächsten Leben wirst du in einem Roman wiedergeboren. Irgendwelche Wünsche?

Oh, das ist ja spannend! Gute Frage… ich wäre glaube ich gerne eine Anti-Heldin, die einfach nur vollkommen unperfekt, aber trotzdem liebenswürdig und charismatisch ist und immer das Beste aus ihrem Leben macht. Interessant wäre es auch, mal eine ganz unsympathische Figur oder eine Kriminelle zu sein.

7. Wir schreiben das Jahr 2163, die Welt liegt in Schutt und Asche. Die Menschheit wird nach dem Arche-Noah-Prinzip evakuiert. Welche zwei Autoren sollten gerettet werden?

Nur zwei? Wie soll ich mich da denn bitte entscheiden? Hm, also gut. Definitiv sollte Sebastian Fitzek gerettet werden. Er ist mein absoluter Lieblingsautor im Thriller-Genre und ich habe seine Bücher reihenweise verschlungen. Ich habe ihn auf Lesungen auch schon live und in Farbe erlebt und fand ihn auch dort ziemlich sympathisch.
Dann sollte meiner Meinung nach ebenfalls noch Jennifer L. Armentrout gerettet werden. Sie schreibt hauptsächlich im Young Adult/Fantasy-Genre und auch ihre Bücher fresse ich geradezu. Ich liebe ihren Schreibstil und lese einfach alles von ihr.

8. Unglaublich, aber wahr, auch DU wirst evakuiert. Du hast in der Bevölkerungs-Tombola zwei Tickets für die Reise zum Mars gewonnen. Wen nimmst du mit und vor allem wer darf am Fenster sitzen?

Na, das ist ja mal ein Gewinn. Ich würde auf jeden Fall Niko mitnehmen, einen guten Freund von mir, den ich letztes Jahr über Instagram kennengelernt habe. Er ist genauso buchverrrückt wie ich und wir verstehen uns super. Desweiteren würde ich eine meiner besten Freundinnen, Sarah, mitnehmen. Sie macht alles erträglich und zaubert mir immer ein Lächeln auf die Lippen. Mit den beiden würde ich denke ich mal ziemlich viel Spaß haben! Wer am Fenster sitzen darf, ist mir vollkommen egal. Da müssten sich die beiden dann drum kloppen…

Aber das ist Zukunftsmusik. Lady Bookosa verdeckt die Kristallkugel und blickt die Patientin ernst an.

9. Wie müsste – Stand heute – der Titel deiner Biografie lauten und welcher Schauspieler wäre die Idealbesetzung für die Verfilmung des Buchs?

„So many books, so little time“ würde wirklich perfekt zu meiner Biografie passen! Meine Wunschliste wächst immer mehr, genau wie der Stapel ungelesener Bücher, die zu Hause bei mir rumliegen. Im Gegensatz dazu schrumpft meine freie Zeit zum Lesen aber auch immer stärker – leider. Wieso hat der Tag auch nur 24 Stunden?
Die buchverrückte Laura dürfte dann sehr gerne von Sophia Bush oder Emma Watson gespielt werden. Ich bewundere beide Frauen, da sie eine tolle Ausstrahlung haben und super schauspielern können.

10. Die Welt weiß nun, dass du LESEN hast. Was sollte sie sonst noch über dich wissen?

Ich bin ein absolutes Sommer-Kind und kann den Winter leider gar nicht ab. Ich lese nicht nur gerne, sondern bin auch ein absoluter Serienjunkie (empfehlen kann ich vor allem Lost, Breaking Bad und O.C. California). Außerdem habe ich eine Katze namens Sally, die sich während des Lesens gerne an mich heranschmust und mir Gesellschaft leistet.

Lady Bookosa bedankt sich für das Gespräch und bittet die Patientin zur weiteren Behandlung in einen Nebenraum. Als diese den Raum verlassen hat, schließt Lady Bookosa die Akte und donnert einen Stempel auf den Einband.

#leseinfiziert – Heilung ausgeschlossen!

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Ein Gedanke zu “Laura (zeilenverliebt)

  • Rike

    Sehr sehr geniales Interview!
    Sehr merkwürdig: ich habe mich sehr oft selbst in den Antworten erkannt!
    Habe ich vielleicht auch LESEN?
    Vielleicht finde ich es auf dem Infiziertentreffen in Leipzig heraus 😉

    Ganz liebe und amüsierte Grüße
    Rike von Twooks

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