Maurice (Zwischen den Zeilen)


Patient: Maurice (Zwischen den Zeilen)
Erstdiagnose: Verdacht auf LESEN
Symptome: übermäßiger Konsum von Romanen aller Art, vorzugsweise Thriller, Krimi, Belletristi
Aktenvermerk: PATIENT DOKUMENTIERT SUCHTVERHALTEN

Coming-out: Ich habe LESEN

Gedächtnisprotokoll der Behandlung:

Minutenlang sitzen sich Maurice und Lady Bookosa schweigend gegenüber. Schließlich hält es der Patient nicht länger aus und ergreift das Wort:

Maurice - Zwischen den Zeilen - LESEN

Maurice – Zwischen den Zeilen – Ich habe LESEN

Lady Bookosa nickt zufrieden.

1. Nun ist es raus, wie fühlst du dich?

Gut. Wirklich gut. Um ehrlich zu sein, fühle ich mich hervorragend,…da wo es jetzt endlich raus ist. Hab es einfach zu lange mit mir herumgeschleppt!

2. Wann und wie hast du dich mit LESEN infiziert?

Habe mich vor einigen Jahren bei Sebastian Fitzek angesteckt. Seither habe ich (gottseidank) auch selbst, jede Menge Leute infiziert! Gemeinsam ist man ja bekanntlich weniger allein…

3. Wie geht dein persönliches Umfeld mit deiner Krankheit um und wer muss am meisten unter ihr leiden?

All jene, die ich noch nicht infiziert habe, gehen mit meiner Bookosa ganz gut um. Gelesen wird aber weiterhin im versperrten Kämmerlein. So halte ich den „Virus“ im Zaum. Betreten, nur auf eigene Gefahr versteht sich. Eltern haften natürlich für Ihre Kinder…!

4. Stehst du viel in Kontakt mit anderen Infizierten und nutzt Selbsthilfegruppen im Internet?

Durch meine Facebookseite „Zwischen den Zeilen“, habe ich mich quasi versucht selbst zu therapieren. Leider ohne Erfolg. Es wurde stattdessen schlimmer und schlimmer. Auch meine Geldbörse leidet darunter. Schließlich kosten die Therapieprozesse eine Menge Kohle.

5. Warst du schon auf den als Buchmessen getarnten Infiziertentreffen in Frankfurt und Leipzig und wie hat es dir dort gefallen?

Schön, dass Sie fragen: Ich wusste tatsächlich nicht mehr ein und aus,…und so bin ich letztes Jahr – als letzten Ausweg sozusagen – nach Frankfurt gereist. Meine Erkenntnis: Manche potenzielle „Patienten“ hat es ja noch viel schlimmer erwischt als mich!
Was für eine herrliche Genugtuung.

Lady Bookosa unterbricht die Sitzung und wirft einen Blick in ihre Kristallkugel. Bei der Betrachtung der Zukunft kann sie sich ein Lächeln nicht verkneifen…

6. In deinem nächsten Leben wirst du in einem Roman wiedergeboren. Irgendwelche Wünsche?

Durchaus. Würde gerne als „Robert Langdon“ wiedergeboren werden. Auch als Ehemann, an der Seite von Racheengel Brünhilde Blum, (Bernhard Aichner – Totenfrau) wüsste ich sehr zu schätzen.

7. Wir schreiben das Jahr 2163, die Welt liegt in Schutt und Asche. Die Menschheit wird nach dem Arche-Noah-Prinzip evakuiert. Welche zwei Autoren sollten gerettet werden?

Bernhard Aichner, ganz klar: Weil er ein sensationeller, liebenswerter Autor ist und die Chance besteht – sofern Stifte und Notizblöcke auf der Arche erlaubt sind – dass er die Crew mit spannendem Lesestoff versorgt.
Andy Weir: Er hat schließlich seine Hauptfigur Mark Watney am roten Planeten „ausgesetzt“,…der dürfte sich mit solchen Katastrophensituationen gut auskennen. Kann nicht schaden, ihn an Bord zu haben. (…und ICH SCHWÖRE, dass ich die 8. Frage nicht gelesen habe. – Komischer Zufall. XD)

8. Unglaublich, aber wahr, auch DU wirst evakuiert. Du hast in der Bevölkerungs-Tombola zwei Tickets für die Reise zum Mars gewonnen. Wen nimmst du mit und vor allem wer darf am Fenster sitzen?

Meine Freundin und meine Tochter. Fensterplatz wird ausgeknobelt.

Aber das ist Zukunftsmusik. Lady Bookosa verdeckt die Kristallkugel und blickt den Patienten ernst an.

9. Wie müsste – Stand heute – der Titel deiner Biografie lauten und welcher Schauspieler wäre die Idealbesetzung für die Verfilmung des Buchs?

„Zwischen den Zeilen – Stehenbleiben, verboten“ in der Hauptrolle Sean Bean. (Liebe ihn einfach!)

10. Die Welt weiß nun, dass du LESEN hast. Was sollte sie sonst noch über dich wissen?

Oh mein Gott, SIE WISSEN ES!?????…ALLE???!!…

Lady Bookosa bedankt sich für das Gespräch und bittet den Patienten zur weiteren Behandlung in einen Nebenraum. Als dieser den Raum verlassen hat, schließt Lady Bookosa die Akte und donnert einen Stempel auf den Einband.

100% #leseinfiziert – Heilung ausgeschlossen!

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