Sarah (sarahsuperwoman)


Patientin: Sarah (sarahsuperwoman)
Erstdiagnose: Verdacht auf LESEN
Symptome: übermäßiger Konsum von Romanen aller Art, vorzugsweise Dystopien, Fantasy, Science-Fiction
Aktenvermerk: PATIENTIN DOKUMENTIERT SUCHTVERHALTEN

Coming-out: Ich habe LESEN

Gedächtnisprotokoll der Behandlung:

Minutenlang sitzen sich Sarah und Lady Bookosa schweigend gegenüber. Schließlich hält es die Patientin nicht länger aus und ergreift das Wort:

Sarah - sarahsuperwoman - Lesen

Sarah: Ich habe LESEN

Lady Bookosa nickt zufrieden.

1. Nun ist es raus, wie fühlst du dich?

Ich glaube, dass mein ganzes Umfeld nun völlig durchdreht. Schon vorher gab es Anzeichen darauf, aber ich wollte es nicht wirklich glauben. Ich mein, es gibt so viele Menschen die Bücher in die Hand nehmen, aber nicht flüstert LESEN haben. Ehrlich gesagt macht mich das ein wenig nervös.

2. Wann und wie hast du dich mit LESEN infiziert?

Pippi Langstrumpf und all die Märchenbücher, die meine Mutter mir gekauft hat, haben mich infiziert. Und heute ist sie diejenige, die am meisten durchdreht, wenn ich mal wieder auf Bücherjagd gehe. Ich bin erst seit meiner Blogzeit richtig dazu gekommen Bücher so RICHTIG toll zu finden. Keine Ahnung warum. Aber die House of Night-Reihe und die Bücher von Jeaniene Frost habens mir dann angetan.

3. Wie geht dein persönliches Umfeld mit deiner Krankheit um und wer muss am meisten unter ihr leiden?

Wie schon gesagt: Meine Mutter. Wenn sie mich fragt, ob ich ihr ein Buch mal zum Lesen geben kann und dann mit den kleinsten Leserillen oder Knicken nach Hause kommt, dann kann ich fast schon nicht mehr an mich halten. Es ist wirklich sehr schlimm und ich kann nichts dagegen tun. Ansonsten macht der Rest meines Umfelds viele Witze über meine Krankheit, was ich selbst auch ganz witzig und mit Humor nehme. So steckt man sein Umfeld mit positiven Gefühlen zur Krankheit an. Immer positiv denken ist also angesagt!

4. Stehst du viel in Kontakt mit anderen Infizierten und nutzt Selbsthilfegruppen im Internet?

Na wie soll man die Krankheit sonst aushalten? In guten Tagen ist ja alles gut und ist auch nicht so schlimm, aber wenn es dann mal wieder zu Ausschreitungen kommt wie bei Neuerscheinungen oder irgendwas. Auf Twitter bekommt man da wirklich tolles Feedback und Hilfe, um mit sich selbst ins Reine zu kommen. Dem Drang zu widerstehen zig Bücher zu kaufen. Oder sie zu tauschen.

5. Warst du schon auf den als Buchmessen getarnten Infiziertentreffen in Frankfurt und Leipzig und wie hat es dir dort gefallen?

Oh Gott… erinner mich nicht daran. So viele Infizierte! Du glaubst ja gar nicht wie heftig das ist, wenn du an jeder einzelnen Stelle einen Infizierten triffst, den du vorher sogar im Internet mal angetroffen hast. Dann verbreitet sich die Krankheit wieder ganz besonders schnell und trifft dich sehr. In Leipzig war ich nun schon zweimal und bisher war es ganz schön. Nur bin ich noch etwas vorsichtig, um nicht noch weiteren Ausschreitungen ausgesetzt zu sein. Ehrlich gesagt ist es mir dort oft viel zu voll und ich habe das Gefühl, dass die Krankheit einen da ganz besonders niederdrückt.

Lady Bookosa unterbricht die Sitzung und wirft einen Blick in ihre Kristallkugel. Bei der Betrachtung der Zukunft kann sie sich ein Lächeln nicht verkneifen…

6. In deinem nächsten Leben wirst du in einem Roman wiedergeboren. Irgendwelche Wünsche?

Ich möchte sehr gern in „Hope – Unsere einzige Hoffnung“ von Christin Thomas wiedergeboren werden. Ich bin sehr fasziniert von der Welt in ihrem Buch, vor allem da es verschiedene Menschen gibt, die auch verschiedene Rollen spielen. Außerdem würde ich gern einmal in einer solchen technischen Welt leben, um zu schauen wie das so ist und welche Nachteile das mit sich bringt. So könnte ich schon einmal schauen wie es uns vielleicht in den nächsten Jahren ergehen wird, wenn die Technik immer weiter wächst und größer und besser wird.

7. Wir schreiben das Jahr 2163, die Welt liegt in Schutt und Asche. Die Menschheit wird nach dem Arche-Noah-Prinzip evakuiert. Welche zwei Autoren sollten gerettet werden?

Definitiv Cecelia Ahern, da ich ein begeisterter Fan von all ihren Büchern bin. Bisher habe ich jedes einzelne Buch von ihr gelesen und freue mich auf die nächsten Bücher von ihr. Sie ist eben eine Autorin, die einem ein schon fast magisches Buch vorlegt und am Ende einen so einfach vor den Augen liegenden Fakt vorlegt. Wie zum Beispiel Zeit mit den wichtigen Menschen zu verbringen und noch viel mehr. Ansonsten würde ich noch Susanne Gerdom, die „Queen of Clouds – Die Wolkentürme“ geschrieben hat mitnehmen, da sie Welten erschaffen kann, die ich so noch nie gelesen habe. Dieses Buch war so dermaßen dick, dass ich damals dachte: Das wird nie was! Aber mit all ihrem Charme, dem Schreibstil und allem hat sie mir viele schöne Stunden beschert und sie könnte uns mit ihrer Kreativität und ihrem Weltenbau sicher gut helfen, wenn die Welt in Schutt und Asche liegt. Cecelia Ahern könnte uns auf den Boden der Tatsachen bringen, um unsere Adrenalinpegel wieder etwas runterzubringen.

8. Unglaublich, aber wahr, auch DU wirst evakuiert. Du hast in der Bevölkerungs-Tombola zwei Tickets für die Reise zum Mars gewonnen. Wen nimmst du mit und vor allem wer darf am Fenster sitzen?

Erstmal brauch ich Platz für mein Bücherregal, dann kann ich so viele Protagonisten mitnehmen wie möglich! Muhahaha! Aber nein, ich würde einmal den super spannenden und skrupellosen Boy Nobody mitnehmen, der dann immer auf mich aufpasst. Dann würde ich noch Sky aus dem Buch „Hope – Unsere einzige Hoffnung“ mitnehmen, da sie ein super Technikmenschmaschine irgendwas ist! Das kann ich da oben auf dem Mars bestimmt gut gebrauchen und sie wird mir eine gute Zuhörerin sein, denke ich. Ein bisschen Girlpower brauch man da oben auf dem Mars sicher ganz gut.

Aber das ist Zukunftsmusik. Lady Bookosa verdeckt die Kristallkugel und blickt die Patientin ernst an.

9. Wie müsste – Stand heute – der Titel deiner Biografie lauten und welcher Schauspieler wäre die Idealbesetzung für die Verfilmung des Buchs?

„Die verrückte Bücherhüterin – Der Wahnsinn beginnt“. Also ich glaube wirklich, dass ich mir hin und wieder kreativ überlegen muss wie ich welches Buch lese und wie ich dann am besten von meinem SuB runterkomme. Da ist bei mir langsam eine Taktik im Gange, die sich als ganz gut und günstig erweist. Die Idealbesetzung für die Verfilmung, oh Mann! Da bin ich doch so schlecht drin, weil ich die Schauspieler nie mit richtigem Namen kenne. Ich würd wohl Melissa McCarthy nehmen, weil sie einfach so mega genial ist. Ich liebe diese Frau so sehr, weil sie einfach witzig ist und das auch super mit Mimik und Gestik rüberbringen kann. Ich glaube, dass sie mich ganz gut in dem Film darstellen könnte, da ichs auch irgendwie mit der Mimik und der Gestik sowie dem Humor habe. Wir könnten also Schwestern sein und vom Aussehen sind wir gar nicht mal so weit voneinander entfernt.

10. Die Welt weiß nun, dass du LESEN hast. Was sollte sie sonst noch über dich wissen?

Die Leute sollten wissen, dass nicht jeder so bekloppt ist wie ich und sie überhaupt keine Angst vor den Infizierten haben müssen. Einfach nach dem gerade zu lesenden Buch fragen und wir gucken schon nicht mehr so konzentriert und träumend irgendwo in die Luft. Ansonsten hoffe ich für alle, dass wir unseren SuB mal irgendwann bändigen können. Ich hoffe bis heute noch darauf, dass ich mal in nächster Zeit einen SuB von 20 oder weniger aufweisen kann. Das wär wenigstens näher an der Null dran als höhere Zahlen. Zudem möchte ich doch gern einmal auf meinen Blog (hier) oder auf Twitter (hier) verweisen, da ich dort meine Krankheit sehr oft breit zugebe. Das ist übrigens gut für die Seele, dies nicht versteckt zu halten!

Lady Bookosa bedankt sich für das Gespräch und bittet die Patientin zur weiteren Behandlung in einen Nebenraum. Als diese den Raum verlassen hat, schließt Lady Bookosa die Akte und donnert einen Stempel auf den Einband.

INFIZIERT – Heilung ausgeschlossen!

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