Tatze (Bücherquatsch)


Patientin: Tati Tatze (Bücherquatsch)
Erstdiagnose: Verdacht auf LESEN
Symptome: übermäßiger Konsum von Romanen aller Art, vorzugsweise mit Happy End
Aktenvermerk: PATIENTIN DOKUMENTIERT SUCHTVERHALTEN

Coming-out: Ich habe LESEN

Gedächtnisprotokoll der Behandlung:

Minutenlang sitzen sich Tatze und Lady Bookosa schweigend gegenüber. Schließlich hält es die Patientin nicht länger aus und ergreift das Wort:

Tatze hat LESEN

Lady Bookosa nickt zufrieden.

1. Nun ist es raus, wie fühlst du dich?

Erleichtert, erschüttert, entrüstet…huch, zu viele Adjektive mit „e“. Es fühlt sich auf jeden Fall gut an dem ganzen einen Namen zu geben und mehr oder weniger offen dazu zu stehen.

2. Wann und wie hast du dich mit LESEN infiziert?

Wir, wir sind hier doch unter uns, oder? Das fällt doch unter die ärztliche Schweigepflicht oder so. Daher kann ich ja ganz offen reden. Ich glaube nämlich, ich muss hier ein Geständnis machen. Schon in frühester Kindheit wollte ich mich bewusst mit LESEN infizieren. Ich erinnere mich an Zoo-Besuche, bei denen ich gesagt haben soll „Ach, wenn ich doch schon lesen hätte!“ Als ich dann die ersten Sätze lesen konnte, war LESEN dann doch unaufhaltsam bei mir.

3. Wie geht dein persönliches Umfeld mit deiner Krankheit um und wer muss am meisten unter ihr leiden?

Ganz besonders mein Mann wird täglich damit konfrontiert, dass ich LESEN habe. Er nimmt das aber ziemlich gelassen, weil er GAMING hat. Leider lässt es sich nicht vermeiden, dass wir uns beide teilweise ein wenig gegenseitig mit LESEN und GAMING angesteckt haben. So ist das nun mal, wenn man in einer festen Partnerschaft lebt. Wir können aber beide mittlerweile ganz gut damit umgehen und leiden da auch nicht drunter. Ich glaube, am meisten muss tatsächlich unser Bankkonto darunter leiden. Ansonsten kommen natürlich auch meine Familie und meine Freunde ständig mit meiner Krankheit in Kontakt. Vor allem wenn ich zwingend gute Bücher empfehlen muss.

4. Stehst du viel in Kontakt mit anderen Infizierten und nutzt Selbsthilfegruppen im Internet?

Auf jeden Fall! Ich tausche mich ja auch immer mit Salivre aus und oft mache ich auch mit Lotta von Lottas Buechern private Selbsthilfetreffen. Aber auch über Twitter kommuniziere ich liebend gerne mit anderen Infizierten.

5. Warst du schon auf den als Buchmessen getarnten Infiziertentreffen in Frankfurt und Leipzig und wie hat es dir dort gefallen?

Bisher war ich erst einmal auf dem Infiziertentreffen in Leipzig, aber dieses Jahr werde ich auch das in Frankfurt besuchen. Ich kann mit dieser Krankheit einfach nicht mehr alleine sein und andere Infizierte zu treffen ist immer so schön! Ich kann übrigens das weitaus kleinere Infiziertentreffen in Berlin (zu finden unter LoveLetter Convention) auch sehr empfehlen. Das hat nämlich eine sehr schöne familiäre Atmosphäre, daher war ich schon zweimal dort.

Lady Bookosa unterbricht die Sitzung und wirft einen Blick in ihre Kristallkugel. Bei der Betrachtung der Zukunft kann sie sich ein Lächeln nicht verkneifen…

6. In deinem nächsten Leben wirst du in einem Roman wiedergeboren. Irgendwelche Wünsche?

Irgendwas mit Zeitreisen fände ich cool! Und meine große Liebe darf natürlich auch nicht fehlen!

7. Wir schreiben das Jahr 2163, die Welt liegt in Schutt und Asche. Die Menschheit wird nach dem Arche-Noah-Prinzip evakuiert. Welche zwei Autoren sollten gerettet werden?

Nur zwei??? Puhh…das ist schwer. Nach dem Arche-Noah-Prinzip bräuchten wir ja jemand männliches und jemand weibliches. Da Sebastian Fitzek einer meiner absoluten männlichen Lieblingsautoren ist, muss er mit und bei den Frauen schwanke ich zwischen Adriana Popescu, Anne Freytag, Michelle Raven und Kim Nina Ocker. Würde mich aber wohl für Kim entscheiden, weil ich so unglaublich gerne mit ihr schnacke!

8. Unglaublich, aber wahr, auch DU wirst evakuiert. Du hast in der Bevölkerungs-Tombola zwei Tickets für die Reise zum Mars gewonnen. Wen nimmst du mit und vor allem wer darf am Fenster sitzen?

Schon wieder nur zwei? Kann man da nicht noch was machen? Ich bin absoluter Familienmensch und es würde mir das Herz zerreißen irgendwen auszuwählen. Ich würde zurückbleiben und meinen beiden Schwestern die Tickets geben. Wer dann am Fenster sitzt, müssen sie unter sich ausmachen 😉

Aber das ist Zukunftsmusik. Lady Bookosa verdeckt die Kristallkugel und blickt die Patientin ernst an.

9. Wie müsste – Stand heute – der Titel deiner Biografie lauten und welcher Schauspieler wäre die Idealbesetzung für die Verfilmung des Buchs?

Letztens hat meine Liebesgeschichte mit einer Hochzeit einen weiteren Höhepunkt erreicht, wird es wohl was damit zu tun haben 😉 Vielleicht so ein typischer New Adult Titel ala „True Loving – Tati & Daniel“ 😉 Wenn es eine deutsche Schauspielerin sein sollte, dann wohl Karoline Herfurth, die müsste dann aber noch ein wenig an Gewicht zulegen 😀 Sonst bin ich ein großer Fan von Jenna Dawn-Tatum und Daniel könnte dann auch passender Weise von Channing Tatum gespielt werden 😀 Ich sollte mich mal an ein passendes Buch dafür setzen 😉

10. Die Welt weiß nun, dass du LESEN hast. Was sollte sie sonst noch über dich wissen?

Ich weiß gar nicht, was die Welt so an mir interessieren könnte 😀 Dass ich verheiratet bin, weiß sie ja schon. Vielleicht, dass ich Informatik studiere und noch keine Ahnung habe, was ich danach machen soll? Ach und neben dem Lesen schreibe ich auch noch total gerne und ich liebe auch Musik und Serien und Backen und Nagellack und viele andere Dinge 😉 Wenn ihr sonst noch mehr über mich erfahren wollt, dann besucht doch einfach den Blog oder folgt mir auf Twitter, da gebe ich jede Menge Sinn und Unsinn von mir 😉

Lady Bookosa bedankt sich für das Gespräch und bittet die Patientin zur weiteren Behandlung in einen Nebenraum. Als diese den Raum verlassen hat, schließt Lady Bookosa die Akte und donnert einen Stempel auf den Einband.

INFIZIERT – Heilung ausgeschlossen!

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