Wer die Nachtigall stört | Harper Lee


Gefählicher Lesevirus in Wer die Nachtigall stört von Harper Lee entdeckt. Das Buch kann LESEN verursachen oder eine bereits bestehende Influenza Bookosa verschlimmern!

HarperLee

Titel: Wer die Nachtigall stört
Autor: Harper Lee
Veröffentlichung: Juni 2010 (Erstveröffentlichung: 1962)
Verlag: Rowohlt (Hardcover)
ISBN: 978-3498038083
Weitere Ausgaben: Taschenbuch, Hörbuch
Originaltitel/-verlag: To Kill a Mockingbird
Übersetzung: Aus dem Amerikanischen von Claire Malignon
Bücherregal: Romane
Tags: Alabama, 1930er, Kindheit, Rassismus, Geheimnisse

Erster Satz
Das Unglück mit dem Arm passierte kurz vor Jems dreizehntem Geburtstag.

Worum geht es?

Die 7-Jährige Jean Louis Fink, genannt Scout, wächst gemeinsam mit ihrem Bruder Jem in einer Kleinstadt im Alabama der 30er Jahre auf. Nach dem Tod der Mutter, hält ihr Vater die kleine Familie zusammen. Atticus Fink, ein angesehener Anwalt, erzieht seine Kinder zu gerechten, vorurteilsfreien Menschen. Als ihm jedoch die Pflichtverteidigung eines schwarzen Farmarbeiters übertragen wird, lernt das Geschwisterpaar auf schmerzliche Weise eine wichtige Lektion: Gleichheit unter Menschen ist ein seltenes Privileg.

Meinung

Harper Lees „Wer die Nachtigall stört“ zählt zu den Klassikern der Thematik und gehört in den USA vielerorts schon lange zum Schulstoff. Rassismus. Ein Thema, dass an Aktualität nie abzunehmen scheint – im Gegenteil. Die Medien sind voll, mein Kopf ist voll, mein Herz ist voll. Grund genug für mich, zu diesem Buch zu greifen.

Einige Stimmen behaupten die Geschichte enthielte zu einem Großteil autobiografische Elemente. Den Wahrheitsgehalt dieser Aussage einmal außer Acht gelassen, steht fest: In den Südstaaten der 30er Jahre aufzuwachsen, war kein Geschenk.

Die Geschichte enthüllt sich dem Leser peu à peu. Die Autorin lässt sich Zeit, beschreibt detailliert und punktet vor allem durch ihre schöne, authentische Sprache. Insbesondere die Dynamik zwischen den Familienmitgliedern ließ mein Leserherz höher schlagen – das war lebendig, das hatte Biss, das war echt. Ganz große Klasse.

Auch inhaltlich setzt die Autorin auf Authentizität. Wer hier nach Klischees sucht, sucht vergebens. Durch die Augen und mit der Stimme eines Kindes werden dem Leser die vorherrschenden Umstände beschrieben. Rassismus gehört zum Alltag. Das Wort „Neger“ gehört zum Alltag. Gewalt gehört zum Alltag. Harper Lee gelingt es dieses sensible Thema auf eine unaufdringliche Art in den Fokus und in das Bewusstsein ihrer Leser zu rücken, ohne dabei die Dinge auszuschmücken, ohne sie in Euphemismen zu verpacken.

Das Besondere an der Geschichte war jedoch die Stimmlage, mit der sie erzählt wurde. Wo andere Autoren zu lauteren, ermahnenden Tonlagen greifen, wählte Harper Lee eine leise. Ereignisse, die Andere doppelt rot unterstreichen, wurden in dieser Geschichte in einem Nebensatz erwähnt. Die Antwort auf den mahnenden Fingerzeig anderer, lieferte die Autorin mittels Unaufdringlichkeit. Das brauchte es auch gar nicht. Vor allem das Ende nicht, dass mich durch seine Einfachheit verzauberte. In diesem Fall gehe ich mit der allgemeinen Begeisterung völlig konform: Dieses Buch IST ein Meisterwerk.

Fazit

„Wer die Nachtigall stört“ ist die Geschichte einer Familie, deren Schicksal mir unter die Haut ging. Die Botschaft des Romans ist zeitlos, der Inhalt eine Hommage an das, was uns letztendlich ausmacht: Menschlichkeit.

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Buchhandlung des Monats

Frohes LESEN. :)

 

Einschätzung

Wie hoch ist das Infektionsrisiko bei diesem Buch und welche Personen sind besonders gefährdet? Wir haben einige ausgewiesene Bookosa-Experten zum Gefahrenpotential von Wer die Nachtigall stört befragt.

Risiko
Experten-Einschätzung
4 Elke: Ein Klassiker und dabei so aktuell im Thema Rassenhass. [mehr]
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Dies & das
  • Harper Lee erhielt für diesen Roman 1961 den Pulitzer Preis. Er wurde bis heute in über 40 Sprachen übersetzt.
  • 1962 wurde der Roman von Robert Mulligan mit Gregory Peck in der Hauptrolle verfilmt.
  • Nach etlichen Jahren der Funkstille, erschien im Juli 2015 unter dem Titel „Gehe hin, stelle einen Wächter“ das zweite Buch der Autorin, bei dem es sich um eine Vorgängerversion von „Wer die Nachtigall stört“ handelt. Das Manuskript verfasst die Autorin bereits in den 1950er Jahren.
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